23. September 2020

Balsam für Körper und Seele: Aromapflege bei Schmerzen

Liebe Leserin, lieber Leser,

Millionen Menschen in Deutschland haben Schmerzen. Am häufigsten treten sie am Bewegungsapparat, am Rücken sowie im Kopf- und Nackenbereich auf. Grundsätzlich wird zwischen akutem und chronischem Schmerz unterschieden. Während der akute meist einfach zu lokalisieren und zu behandeln ist, ist dies beim chronischen Schmerz (ab einer Dauer von sechs Monaten) häufig nicht der Fall. Im Gegensatz zum akuten Schmerz hat der chronische auch keine schützende oder warnende Funktion. Er gilt daher als eigenständige Erkrankung. Untersuchungen zufolge leiden mehr als 3 Millionen Menschen in Deutschland unter dauerhaftem Schmerz.

Auslöser von Schmerzen können chemische, thermische, mechanische oder elektrische Einflüsse sein. Durch ihre Einwirkung werden Substanzen freigesetzt, die mit den Nervenendigungen oder untereinander interagieren. Die Folge: Die betroffenen Stellen oder ihre Umgebung entzündet sich, wird rot oder schwillt an, außerdem werden Prostaglandine ausgeschüttet, die die Schmerzempfindlichkeit erhöhen. Durch die Erregung der Nervenendigungen von Schmerzfasern, den sogenannten Nozizeptoren, wird das Schmerzsignal ans Gehirn weitergeleitet. Die emotionale Verarbeitung der Schmerzwahrnehmung findet im limbischen System statt.

Damit entscheidet also in erster Linie unser Gehirn darüber, ob und wie stark wir einen Schmerz empfinden. Psychische und soziale Faktoren wie Angst, Stress oder Schlaflosigkeit können die Schmerzwahrnehmung verstärken. Erfahren wir dagegen emotionale Zuwendung und Anteilnahme, fällt die Schmerzempfindung geringer aus.


Ätherische Öle bei Schmerzen: Wirksam auf zwei Ebenen

Genau hier setzt die psychische Wirkung ätherischer Öle an: Indem sie die Ausschüttung von Neurotransmittern wie Serotonin, Noradrenalin, Encephalinen und Endorphinen initiieren, lindern sie das Schmerzempfinden. Dadurch steigt das Wohlbefinden, die Betroffenen sind entspannter, schlafen besser und zeigen eine positiv veränderte Schmerzwahrnehmung. Zu den ätherischen Ölen, die eine Endorphin-Ausschüttung fördern können, zählen Grapefruit, Jasmin, Ylang Ylang und Patchouli. Verbindet man die Anwendung ätherischer Öle mit einer Massage oder Einreibung, verstärkt sich die positive Wirkung. Die Öle duften angenehm, die Betroffenen fühlen sich umsorgt, weil sie körperliche Zuwendung erfahren und spüren, dass man sich Zeit für sie nimmt – oft noch Stunden nach der Anwendung! Ätherische Öle haben aber auch physische Effekte. So wirken sie in Verbindung mit einer Massage stoffwechselfördernd, entspannend und schmerzlindernd.


Pflanzenportät: Cajeput, der Allrounder gegen Schmerzen

Pflanzenportrait Cajeput

Aufgrund seines hohen Gehaltes an 1,8-Cineol (50 bis 60 Prozent), Monoterpenol (6 bis 12 Prozent) sowie Monoterpenen (ca. 35 Prozent) ist Cajeput in der aromapflegerischen Schmerzbegleitung von besonderer Bedeutung. Das ätherische Öl des in Australien, Malaysia und Hinterindien wachsenden Cajeputbaumes (Melaleuca cajeputi bzw. Leucadendron) duftet frisch und eukalyptusartig. Es wirkt stark schleimlösend und schmerzlindernd. Aufgrund dieser vielfältigen Eigenschaften hat es sich in der Begleitung von Erkältungssymptomen und Husten bewährt. In Kombination mit der durchblutungsfördernden Wirkung einer Massage kann es auch Muskel- und Gelenkschmerzen lindern.

Bei belasteten Muskeln und Gelenken, auch rheumatischen Ursprungs, entfalten anregende Öle in Zusammenhang mit einer Massage eine wohltuende lindernde Wirkung.

Wichtige anregende Öle sind

  • Zimtrinde
  • Wintergrün
  • Thymian sowie
  • Immortelle.

Pflanzenporträt Immortelle: Trostspender bei Verletzungen und Muskelschmerzen

Pflanzenportrait Immortelle

Wenn es um Schmerzen geht, darf auch „die Unsterbliche“ nicht fehlen. Die Immortelle zählt zu den vielseitigsten Heilpflanzen überhaupt und wird aufgrund ihrer speziellen Inhaltsstoffe bei Blutergüssen, Muskelverspannungen und akuten Problemen eingesetzt. Weil ihr würziger Duft an Curry erinnert, wird sie auch als "Currykraut" bezeichnet. Die silbergraue Staude wird 50 bis 80 cm hoch und ist im gesamten Mittelmeerraum beheimatet.

In der Aromapflege wird Immortelle bei Hautproblemen, Muskelverspannungen und Erkältungsbeschwerden eingesetzt. Ihr ätherisches Öl wirkt schmerzlindernd und ist ein bewährtes Mittel bei blauen Flecken, Muskelkater und akuten Problemen. Auf psychischer Ebene hilft ihr Duft bei der Innenschau, spendet Trost und hilft, seelische „Knoten“ zu lösen.

Bei Beschwerden des Verdauungs- und Urogenitaltraktes stehen Entkrampfung und Entspannung im Vordergrund. Wichtige entspannende Öle sind hier

  • Mandarine rot
  • Jasmin
  • Lavendel fein
  • Muskatellersalbei und
  • Römische Kamille.

Die schmerzlindernde Wirkung ätherischer Öle ist übrigens auch wissenschaftlich belegt, so etwa in einer Metaanalyse, in der die zwölf methodisch stärksten Studien aus 350 Fachartikeln zusammengefasst wurden. Sie zeigt, dass sich sowohl akute als auch chronische Schmerzen erfolgreich behandeln lassen (US National Library of Medicine 2017).


Schnell zur Hand: Fertigprodukte bei Schmerzen

Als gebrauchsfertiges Produkt zur Schmerzlinderung empfehle ich das Akut-Einreibungsöl bio. Mit der Kraft der Immortelle pflegt und regeneriert es die Haut und unterstützt den Abtransport von Hämatomen. Gerade bei älteren Patienten kann es durch Bettlägrigkeit und brüchige Gefäße auch ohne Stöße schnell zu schmerzhaften Hämatomen kommen. Die Akut-Einreibung verschafft dann rasche Abhilfe und kann, frühzeitig angewendet, Hämatome erfolgreich verhindern. Bestehende Gerinnsel werden schneller abgebaut.

Auch das Entspannungsöl bio aus unserer Aromapflegeserie hat sich bei Unruhezuständen, Schmerzen und Angst, etwa vor anstehenden Operationen, bewährt. Einhüllende und beschützende Benzoe Siam, beruhigender Lavendel fein, harmonisierende Palmarosa und hautregenerierendes Calendulaöl sind hier in einer seelisch wärmenden Mischung vereint, die als Einreibung, Auflage oder Wickel für gesunden Schlaf und inneren Ausgleich sorgt.

Allen, die selbst mischen wollen, seien folgende Rezepte ans Herz gelegt:

„Akut-Schmerz-Öl“

50 ml Johanniskrautöl bio
5 Tropfen Cajeput extra
5 Tropfen Rosmarin Campher bio
5 Tropfen Lavendel fein demeter
1 Tropfen Wintergrün bio
5 Tropfen Mandarine rot demeter

Ätherische Öle im Johanniskrautöl sanft verschütteln und als Rückenmassage möglichst dreimal täglich anwenden.


„Notfallöl“ in belastenden Situationen

50 ml Mandelöl bio
5 Tropfen Neroli 10%
10 Tropfen Ylang extra supérieur bio
10 Tropfen Lavendel fein demeter

Mischung bei Unruhe oder Angst auf den Solarplexus auftragen und zweimal täglich einmassieren.


„Rosige Zeiten“ Raumduft

1 Tropfen Rose absolue
2 Tropfen Benzoe Siam bio
1 Tropfen Orange demeter

In die Duftlampe geben. Als gebrauchsfertige Alternative eignet sich unsere Herzenswärme Duftmischung.


Ätherische Öle bei Schmerzen: Online-Seminar im November

Wer tiefer einsteigen und mehr über aromapflegerische Anwendungen gegen Schmerzen erfahren möchte, sollte sich den 10. November 2020 vormerken. An diesem Tag informiert unsere Expertin Anusati Thumm ab 20 Uhr über die wichtigsten Öle, ihre Wirkungen und Anwendungsweisen. Hier könnt ihr euch anmelden.


Soviel für heute zum Thema Schmerzen. Ich hoffe, dass ein paar alltagstaugliche Tipps für Dich dabei waren. Wie immer freue ich mich, wenn Du Deine eigenen Tipps und Rezepte in unserer Facebookgruppe teilst. Dort gibt es weitere Möglichkeiten des kollegialen Austauschs. Für Deine Fragen steht unsere Aromapflege-Fachberatung gerne zur Verfügung.

         Lena Schröder


Kontakt zu PRIMAVERA:
aromaberatung@primaveralife.com
Telefon: +49 8366-8988-878

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