22. Juli 2022

Aromapflegerische Waschungen

Jeder Mensch hat das Recht auf ein gutes und sauberes Körpergefühl. Deswegen gehört die tägliche Körperpflege zu unserem Leben – und zwar unabhängig davon, ob wir zuhause sind oder uns in einer Klinik oder einem Pflegeheim aufhalten.

Oft verändern sich dann die Bedürfnisse im Hinblick auf die Körperhygiene, etwa, weil die Betroffenen Angst vor einer Operation haben. Dann schwitzt man vermehrt, vielleicht riecht man anders als sonst aufgrund einer Erkrankung oder fühlt sich generell eher unwohl.

Waschungen sind eine wunderbare Möglichkeit, Patient*innen oder Bewohner*innen in genau dieser verletzlichen Situation besonders einfühlsam „abzuholen“. Sie bieten Raum für Nähe und Gespräche und geben Pflegenden die Chance, nicht nur die Haut, sondern auch den Allgemeinzustand ihres Gegenübers genau zu untersuchen, denn bei keiner anderen Tätigkeit verbringen Pflegekräfte so viel Zeit am Pflegebett oder gemeinsam mit den zu Pflegenden im Badezimmer.

Gerade weil sie so intim sind, erfordern Waschungen viel Einfühlungsvermögen von Seiten der Pflegekraft. Sie sollten gut vorbereitet werden, damit alles mit der nötigen Ruhe durchgeführt werden kann. Vor der Waschung sollte der Raum gelüftet werden, währenddessen sollten Fenster und Türen dagegen geschlossen bleiben, um Zugluft oder Störungen zu vermeiden. Körperteile, die gerade nicht gewaschen werden, sollten bedeckt sein, um die Intimsphäre zu wahren. Gut ist es auch, wenn die Patient*in die Blase vorab entleert hat, damit sie die Waschung ungestört genießen kann.

Natürlich, auch das sei an dieser Stelle gesagt, hat jede/r auch das Recht, nicht täglich gewaschen zu werden, sollte dies nicht gewünscht sein. Schließlich fühlt man sich nicht jeden Tag gleich, hat vielleicht schlecht geschlafen oder der Kreislauf spielt nicht mit. Dann sollten Pflegekräfte individuell entscheiden, ob eine (Ganz-)Körperwaschung wirklich nötig ist oder ob sie nicht auch auf den nächsten Tag verschoben werden kann.

 

Waschungen mit ätherischen Ölen

Mit dem Alter wird die Haut dünner und trockener, weniger widerstandsfähig und elastisch. Deswegen ist es speziell im Altenpflegebereich besonders wichtig, die Haut im Zuge der Waschung auch zu pflegen und gesund zu halten.

Beschwerden durch bestehende Hautreizungen wie Juckreiz, Intertrigo (Feuchtigkeit in Hautfalten & Wunden, Entzündungen), Hautschädigungen durch Inkontinenz (Wunden & Entzündungen) oder Dekubitus (Wunden) lassen sich durch eine entsprechende Körperpflege häufig lindern, außerdem werden die Anwendungen in den meisten Fällen als sehr wohltuend empfunden.

Intensives Waschen oder langes Baden in heißem Wasser können der Haut dagegen ebenso schaden wie stark schäumende und parfümierte Seifen oder Waschzusätze, die den Säureschutzmantel der Haut angreifen.

Aromapflegewaschungen mit ätherischen Ölen schafft einen optimalen Rahmen, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patient*innen bei der täglichen Körperpflege zu berücksichtigen und den Start in den Tag ganz individuell zu gestalten. Die zu Pflegenden profitieren davon doppelt, denn naturreine Öle wirken bekanntermaßen auf Körper UND Seele.

Sie können – je nachdem, welche Öle eingesetzt werden – beispielsweise aktivieren oder beruhigen. Das können sich Pflegende zur basalen Stimulation ihrer Patient*innen zunutze machen. Im Folgenden möchte ich verschiedene Varianten von Waschungen vorstellen.


Aromapflege Waschungen

Anregende Waschungen

Ziel einer anregenden Waschung ist es, das Körpergefühl und die Durchblutung der Betroffenen zu fördern und sie dadurch zu aktiveren. Dabei sind die besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung, die den Patient*innen durch die Waschung zuteil werden, selbst ein wichtiger Baustein der Anwendung. Sie ist deswegen besonders geeignet für chronisch Kranke sowie Patient*innen mit Depressionen, Durchblutungsstörungen und Kreislaufproblemen.

Auch bei Patient*innen mit chronischen Atemwegserkrankungen hat sie sich bewährt. Bei desorientierten und unruhigen Menschen sollten dagegen keine anregenden Waschungen durchgeführt werden, auch nicht bei Patient*innen, die an erhöhtem Hirndruck, frischer Hirnblutung und Hypertonien leiden.

Für die Waschung verwendest Du am besten einen möglichst rauen Waschlappen. Das regt die Durchblutung an und aktiviert zusätzlich. Diesen Waschlappen führst Du tropfnass entgegen der Haarwuchsrichtung auf der Haut zum Herzen hin. Die Wassertemperatur sollte der aktuellen Körpertemperatur angeglichen sein oder, wenn es von der Patient*in toleriert wird, darunter liegen. Zum Abtrocknen wird ein Handtuch verwendet, das ebenfalls rau sein darf. Die Waschung beginnt am Oberkörper, danach folgen die Extremitäten.

Als ätherische Öle für eine aktivierende und durchblutungsfördernde Waschung empfehle ich Wacholderbeere bio, Rosmarin cineol bio, Orange bio oder Zitrone bio.

 

Rezept Anregende Waschung:
250 ml Akazienblütenhonig oder 250 g Totes Meersalz
15 Tropfen Rosmarin cineol bio
15 Tropfen Cajeput Extra
10 Tropfen Zitrone bio
10 Tropfen Litsea bio

Von der Mischung gibst Du 1 EL auf ca. 5 Liter Wasser, das ist die Größe einer herkömmlichen Waschschüssel im Krankenhaus. Die Mischung sollte innerhalb von sechs Monaten aufgebraucht werden. Als Alternative zur Fertigmischung kannst Du unseren neuen Wasch- und Badezusatz belebend bio 10 ml aus der Aromapflege-Serie verwenden.

 
Beruhigende Waschungen

Bei einer beruhigenden Waschung wird ein weicher, gut ausgewrungener Waschlappen entlang der Haarwuchsrichtung geführt. Auf diese Weise können beispielsweise die Extremitäten ausgestrichen werden. Die Wassertemperatur sollte 38 bis 40° C betragen. Zum Antrocknen wird ebenfalls ein weiches Handtuch verwendet.

Gerade bei der beruhigenden Waschung sollte auf eine entspannte Atmosphäre geachtet werden, Gespräche sind auf ein Minimum zu reduzieren. Schöne Musik im Hintergrund verstärkt die entspannende Wirkung.

Geeignet ist die beruhigende Waschung für Personen mit Schlafstörungen (vor allem im Alter), Unruhe, Ängsten, Depressionen und Monkey Mind (Gedankenkarussell). Generell bietet sie sich an bei psychischen Beschwerden wie Parkinson, Demenz (Unruhe, Verwirrtheit), aber auch bei Krebsleiden.

Bewährte ätherische Öle sind Lavendel fein bio, Rosengeranie bio, Sandelholz indisch oder neukaledonisch, Tonka Extrakt bio, Vanille bio, Mandarine rot bio sowie Zirbelkiefer bio.

 

Rezept Beruhigende Waschung:
250 ml Akazienblütenhonig oder 250 g Totes Meersalz
20 Tropfen Lavendel fein bio
15 Tropfen Benzoe Siam bio
 5 Tropfen Bergamotte bio
 5 Tropfen Mandarine rot bio
 5 Tropfen Zeder bio

Von dieser Mischung gibst Du 1 EL auf ca. 5 Liter Wasser, das ist die Größe einer herkömmlichen Waschschüssel im Krankenhaus. Auch diese Mischung sollte innerhalb von sechs Monaten aufgebraucht werden. Als Alternative zur Fertigmischung kannst Du auch hier unseren neuen Wasch- und Badezusatz beruhigend bio 10 ml aus der Aromapflege-Serie verwenden.

 
Schmerzreduzierende Waschungen

Ziel solcher Waschungen ist es, die Schmerzen des Patienten zu lindern, indem die Durchblutung gefördert und der Körper aktiviert wird. Die unten genannte Mischung könnte also auch zur Aktivierung genutzt werden.

Schmerzreduzierende Mischungen haben sich besonders bei rheumatischen Beschwerden, Arthrose-Beschwerden oder generell Gliederschmerzen bewährt. Als gebrauchsfertiges Körperöl nach der Waschung empfehle ich das Aromapflege Muskel & Gelenk Massage Öl bio.

 

Rezept Schmerzreduzierende Waschung:
250 ml Akazienblütenhonig oder 250 g Totes Meersalz
15 Tropfen Lavendel fein bio
10 Tropfen Cajeput Extra
10 Tropfen Tonka Extrakt bio
 8 Tropfen Rosmarin cineol bio
 7 Tropfen Niauli bio


Aromapflege Waschungen

Zwei weitere Waschungsvarianten seien hier ebenfalls kurz vorgestellt:

Schweißreduzierende Waschungen

Für eine schweißreduzierende Waschung gehst Du nach dem Rezept für eine beruhigende Waschung vor, arbeitest also in Haarwuchsrichtung. Als Waschwasser nimmst Du einen halben Liter Salbeitee und zwei Liter Wasser. Der Intimbereich wird ausgespart. Die Haut anschließend nur trocken tupfen und nicht eincremen.

 
Fiebersenkende Waschungen

Dafür auf einen Liter Wasser zwei Tropfen Öl mit einem Esslöffel Milch oder drei Tropfen Kondensmilch vermengen und zugeben. Aufgrund ihrer kühlenden Wirkung sind Pfefferminzöl und Zitronenöl dafür geeignet.

Die Wassertemperatur sollte maximal 3° C unter der Körpertemperatur der Patient*in liegen. Die Waschung erfolgt schrittweise, d.h. erst ein Arm, ein Bein usw., wobei das entsprechende Körperteil anschließend nicht abgetrocknet, sondern nur zugedeckt wird (z.B. mit dem Nachthemd, einem Bettlaken etc.). Durch die Verdunstungskälte gibt der Köper Wärme ab, die Temperatur sinkt. Gesicht und Intimbereich aussparen.

Nach der Waschung sollte der oder die Erkrankte gut eine halbe Stunde ruhen, bevor die Temperatur erneut gemessen wird. Die Waschung sollte nicht angewendet werden, wenn der oder die Betroffene kalte Hände und Füße hat, fröstelt oder an Schüttelfrost leidet. Sie eignet sich auch nicht, wenn Körperteile gelähmt sind oder Empfindungsstörungen bestehen, das Gewebe schlecht durchblutet ist oder offene Wunden am Unterschenkel existieren.

Alternativ kannst Du in diesen Fällen als Waschwasser einen halben Liter Pfefferminztee auf zwei Liter Wasser verwenden. Die Wassertemperatur sollte auch hier maximal 3° C unter der Körpertemperatur liegen.

 

Zu unseren Aromapflege-Produkten.

 

Soweit in dieser Ausgabe zum Thema Waschungen. Ich hoffe, es waren ein paar neue Ideen oder Anregungen für deinen Pflegealltag dabei.
Wenn Du noch Fragen hast, sei es zu den Waschungen oder einem anderen Thema aus der Aromapflege, melde dich gerne unter:

E-Mail: aromaberatung@primaveralife.com
Telefon: 08366-8988-878


Liebe Grüße
Eure

 

         Victoria Lacher


Kontakt zu PRIMAVERA:
aromaberatung@primaveralife.com
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