23. Juli 2020

Wenn Juckreiz quält: Begleitung und Unterstützung mit Aromapflege

Liebe Leserin, lieber Leser,

Pruritus, zu Deutsch Juckreiz, ist das am häufigsten von der Haut ausgehende Symptom. Es zählt zu den 50 global am meisten belastenden Krankheiten – und wer jemals länger unter juckender Haut gelitten hat, weiß, warum. Rund 15 Prozent der Bevölkerung sollen betroffen sein. Und: Je älter man ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, an Pruritus zu erkranken.*

* https://www.pharmazeutische-zeitung.de/teufelskreis-aus-jucken-und-kratzen

Juckreiz ist zwar lästig, doch im Grunde eine sinnvolle Sache. Denn er soll das Bedürfnis wecken, sich zu kratzen. Oberflächliche Nervenendigungen in der Haut reagieren dabei auf unterschiedliche Botenstoffe, die durch Hautreizungen oder Blutveränderungen aktiviert werden. Diese Informationen werden über die Nerven des Rückenmarks an verschiedene Gehirnabschnitte transportiert, wo unmittelbar eine Missempfindung auf der Haut gemeldet und das Verlangen zu Kratzen ausgelöst wird. Akuter Pruritus erfüllt den Zweck, Parasiten oder Fremdkörper von der Hautoberfläche zu entfernen. Neben dieser gesunden Reaktion des Körpers auf schädliche Reize gibt es allerdings zahllose andere Ursachen für den Pruritus. So ist er häufig eine Begleiterscheinung verschiedener anderer Erkrankungen. Dazu später mehr.

Unabhängig von der Ursache kann chronischer, also länger als sechs Wochen anhaltender, Pruritus sehr belastend sein. Für viele Betroffene ist er mit massiven Einschränkungen der Lebensqualität verbunden, denn in der Folge leiden sie an Schlafstörungen, Abgeschlagenheit und deutlich verminderter Leistungsfähigkeit. Der ständige Juckreiz und die dadurch verursachten Hautverletzungen wirken stigmatisierend, in manchen Fällen kann Pruritus sogar zu Depressionen führen.


Welche Beschwerden können hinter dem Juckreiz stecken?

Juckreiz kann am ganzen Körper auftreten. Es gibt allerdings Körperregionen, an denen er besonders häufig ist. Dazu zählen Kopf und Gesicht, Unterarme und Unterschenkel, aber auch der Genital- und Analbereich.

Typische juckende Hauterkrankungen sind Ekzeme, Schuppenflechte, Neurodermitis, Krätze, Nesselsucht und Sonnenallergie. Aber auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Lebererkrankungen gehen mit Pruritus einher. Infektionskrankheiten wie Windpocken oder Pilzinfektionen verursachen ebenfalls Juckreiz, und auch bei Allergien und Insektenstichen kann die Haut heftig jucken.

Manchmal ist Juckreiz auch eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente oder die Reaktion auf Hormonschwankungen während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Dass bei Pruritus auch die Psyche eine Rolle spielt, zeigt eine Studie aus Münster: Danach leiden rund 70 Prozent der Patient*innen zusätzlich an psychosomatischen oder psychiatrischen Erkrankungen.

Besonders häufig tritt das sogenannte Altersjucken (Pruritus senilis) auf: Es entsteht, bedingt durch sehr trockene Haut, vor allem an Oberarmen und Unterschenkeln. Viele Patienten im Klinik- und Pflegebereich sind davon betroffen. Sie sprechen nicht gerne darüber, weil sie sich schämen oder denken, man unterstelle ihnen mangelhafte Hygiene. Dabei ist oft das Gegenteil der Fall.

Der Pruritus senilis macht sich hauptsächlich nachts bemerkbar. Viele Betroffene leiden jedoch auch am Tage sehr darunter. Nicht selten kann man bei genauem Beobachten feststellen, dass sich viele Senioren verstohlen kratzen. Dass sie unter einem kaum erträglichen Juckreiz leiden, geben die Betroffenen oft aber erst im Rahmen einer körperlichen Untersuchung zu – bei der dann die entsprechenden Spuren zu finden sind. Denn durch das Kratzen, das zumindest im Schlaf nicht unterdrückt werden kann, entstehen kleine Hautschäden, sogenannte Kratzeffekte: längliche, zum Teil verkrustete rötliche Linien. In fortgeschrittenen Stadien ist die Haut an den befallenen Stellen leicht gerötet und verdickt, in ausgeprägten Fällen ist das Erscheinungsbild von einem Ekzem kaum zu unterscheiden. Am stärksten betroffen ist meist die Region von den Schulterblättern bis hinunter in den Lendenbereich.


Unabhängig von der Ursache: So wird das Leben mit Pruritus leichter

  • Trockene Haut vermeiden, denn trockene Haut ist häufig auch juckende Haut. Deswegen empfiehlt es sich, mit Verneblern, ob mit oder ohne Duftöl, für angenehme Feuchtigkeit in der Raumluft zu sorgen.
  • Ausreichend trinken: Liegt keine Erkrankung vor, die die Flüssigkeitszufuhr einschränkt, werden 300 ml/kg Körpergewicht empfohlen.
  • Haut pflegen: Verwende hochwertige Bio-Pflegeöle und Pflegeprodukte. Duschen und Baden trocknet die Haut besonders aus – deswegen sollte sie anschließend unbedingt gut gepflegt werden. Empfehlenswert sind Jojobaöl bio und Aloe Vera Öl bio als angenehm kühlende Öle. Als gebrauchsfertiges Produkt aus der Aromapflege empfehlen wir das Aromapflege Hautstärkungsöl bio.

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  • Wenn baden, dann „hautfreundlich“: Ein Bad in lauwarmem Wasser für höchstens 20 Minuten sollte das schnelle Duschen ersetzen. Hierbei können 2-3 Pumpstöße vom Aromapflege Hautstärkungsöl bio oder Aromapflege Entspannungsöl bio mit ins Badewasser gegeben werden.

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  • Baumwollhandschuhe tragen: Sie schützen die Haut vor Kratzattacken im Schlaf und sind auch für Kinder gut geeignet.
  • Luftige Kleidung wählen: Empfehlenswert ist lockere Kleidung, die nicht am Körper scheuert und die Haut unnötig reizt. Sie sollte außerdem möglichst aus Naturfasern wie Baumwolle bestehen. Viele schwören auch auf Seide, weil sie kühlt und den Heilungsprozess unterstützt.
  • Schnelle Linderung verschaffen: Bei plötzlich einsetzendem starkem Juckreiz hilft es, Pflanzenwässer wie Lavendel- oder Pfefferminzhydrolat aufzusprühen oder 2 Esslöffel davon verdünnt mit 1 Liter kaltem Wasser als Auflage oder Wickel anzuwenden. Auch Umschläge mit Schwarztee haben sich bewährt. Bei allen feuchten Wickeln sollte die Haut im Anschluss gut gepflegt werden.
  • Reizfaktoren reduzieren: Sehr scharfes Essen, Alkohol, Stress und Ärger führen oft zu Juckreiz.
  • Allergien vorbeugen, indem der Kontakt mit potenziellen Auslösern gemieden wird.
  • Entspannungstechniken anwenden: Einige Methoden wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Yoga helfen nicht nur beim Stressabbau, sondern sollen gerade bei chronischem Pruritus vom Kratzen ablenken. Wunderbare Begleiter dabei sind entspannende Wohlfühldüfte wie Yogaflow, Ganz entspannt, In Balance, Herzenswärme, Süßer Moment oder Zirbenwald.
  • Beim Essen stark histaminhaltige Produkte meiden. Dazu zählen unter anderem gepökeltes, mariniertes oder geräuchertes Fleisch, Fischsorten wie Thunfisch, Makrele, Hering, Sardinen oder Sardellen, aber auch viele Milchprodukte sowie einige Gemüse- und Obstsorten.

„Insider-Tipps“ von Palliativschwester und Seminarleiterin Bianca Papendell:

Bei extremen Juckreizattacken:
  • Pfefferminzhydrolat und Rosenwasser aufsprühen, evtl. sogar ausnahmsweise schön kühl aus dem Kühlschrank.
  • Waschungen mit Speisestärke: 2-3 Esslöffel auf eine Waschschüssel mit Waschwasser oder auch Cistrosentee (1 Beutel auf 1 Liter Wasser zubereiten).
  • Anwendung eines Juckreizöls (Rezeptur des Klinikums Neuperlach): Dieses wirkt besonders gut, wenn zuvor die Haut mit Rosenhydrolat befeuchtet wurde: Für das Öl
    100 ml Jojobaöl bio oder Aloe Vera Öl bio
    20 Tropfen Lavendel fein bio
    12 Tropfen Bergamotte bio
    1 bis 3 Tropfen Zeder bio mischen.
  • Bei Kopfhautjucken: drei Tropfen Rosmarinöl in 50 ml Hamameliswasser auflösen und zwei- bis dreimal am Tag sanft in die Kopfhaut einmassieren.
  • Und der vielleicht wichtigste Tipp überhaupt: Statt zu kratzen sollte man versuchen, lieber zu klopfen, zu pusten (ggf. mit einem kleinen Handventilator arbeiten) oder sanft zu reiben. Kindern fällt dies oft leichter, wenn sie einen wildlederbezogenen Autoschwamm als „Kratzschwamm“ nutzen können. Aber natürlich können auch Ältere diesen Trick für sich austesten.

Aromapflege für extrem trockene und juckende Haut

Zur Pflege bieten sich als kühlend beschriebene Basisöle in Kombination mit beruhigenden und natürlich hautpflegenden ätherischen Ölen an.

  • Besonders angenehme, hautfreundliche ätherische Öle sind Immortelle, Palmarosa und Zeder sowie die kühlende Pfefferminze.
  • Zu den ätherischen Ölen mit antihistaminen Eigenschaften zählen in der Fachliteratur unter anderem Zeder, Manuka, Lavendel und Zypresse.
  • Als beruhigend und entspannend wirkende Öle gelten z.B. Lavendel fein, Bergamotte, Neroli, Kamille römisch sowie Zeder und Manuka.

Ich hoffe, dass ich Dir mit dieser Ausgabe ein paar alltagstaugliche Tipps für den Umgang mit Pruritus-Patienten geben konnte. Sicher hast Du schon Deine eigenen Erfahrungen gemacht und eigene „Geheimrezepte“, die den Betroffenen guttun. Ich freue mich, wenn Du diese in unserer Facebookgruppe teilst. Dort gibt es weitere Möglichkeiten des kollegialen Austauschs. Für Deine Fragen steht unsere Aromapflege-Fachberatung gerne zur Verfügung.

         Lena Schröder


Kontakt zu PRIMAVERA:
aromaberatung@primaveralife.com
Telefon: +49 8366-8988-878

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