4. Dezember 2019

Selbstpflege – damit die Pflegenden nicht auf der Strecke bleiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

was ein „Selbstpflegedefizit“ ist, weißt du vermutlich besser als dir lieb ist – auch wenn du den Begriff bisher vielleicht nicht kanntest. Ein solches Defizit besteht, wenn die Selbstpflegefähigkeit eines Menschen geringer ist als sein Pflegebedarf. Kurz gesagt: Wenn sich jemand weniger darum kümmern kann, gesund und in jeder Hinsicht wohlauf zu sein und zu bleiben, als eigentlich nötig wäre. Als Pflegefachkraft wirst du jetzt vermutlich denken: Das ist kein Defizit, das ist der Normalzustand.

Genau deswegen haben wir die Selbstpflege zum Thema unserer zweiten Ausgabe unserer Aromapflege-News gemacht, zu der ich dich herzlich begrüße.

Die Theorie der Selbstpflege stammt übrigens von der 1914 in den USA geborenen Krankenschwester und Pflegepädagogin Dorothea Elizabeth Orem. Anfang der 70-er Jahre schrieb sie das Buch „Nursing concepts of practice“, in dem sie das Konzept ausführte. Im Kern geht es bei der Selbstpflege darum, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen und geeignete Maßnahmen einzuleiten, um diese möglichst umfassend zu erhalten.

Pflegekräfte müssen sich mehr kümmern – um sich selbst!

Gerade für viele Pflegende ist das eher Wunschdenken als Wirklichkeit. Hohe Arbeitsbelastung, Personalmangel und Schichtdienste, aber auch die bei Pflegenden meist stark ausgeprägte Empathiefähigkeit lassen Kranken- und Altenpfleger*innen immer wieder an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gehen, oft auch darüber hinaus. Denn die im Grunde wunderbare Fähigkeit, die Bedürfnisse anderer (etwa nach Zuwendung, einem Gespräch etc.) wahrzunehmen, hat auch ihre Schattenseiten: die eigenen Bedürfnisse werden oft jahrelang nicht wahrgenommen, Warnsignale einfach überhört. Die möglichen Folgen: Burn-out, Depression, die verschiedensten körperlichen und seelischen Probleme.

Die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und andere notfalls auch mal zu vertrösten, das fällt vielen Pflegefachkräften schwer. Dabei ist eine angemessene Selbstpflege die Voraussetzung dafür, dass du auch morgen für andere da sein kannst. Nicht nur die Anliegen anderer, auch deine eigenen haben liebevolle Zuwendung verdient!

Selbstpflege: eine Frage der Einstellung

Es geht also darum, mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen wieder besser in Kontakt zu kommen und ihnen angemessen Raum zu geben. Das ist zugegebenermaßen nicht immer ganz einfach. Manchmal aber können schon kleine Schritte viel bewirken. So kannst du dich schuldig oder schlecht zu fühlen, wenn du dich nicht bereit erklärst, den Dienst einer Kollegin nicht übernimmst. Du kannst aber auch versuchen, diese Entscheidung mit positiven Gefühlen zu verbinden. Etwa, indem du dir sagst: „Ich brauche eine Pause, um selbst wieder Kraft zu tanken.“ Oder: „Ich muss mich schützen, um selbst gesund zu bleiben.“ Oder: „Wenn ich jetzt nicht zur Ruhe komme, kann ich heute Nacht nicht schlafen und mich morgen nicht angemessen um meine Patienten kümmern.“ Das ist nicht egoistisch, sondern einfach nur legitim – auch wenn die Umsetzung eine Weile dauern und mit Rückschlägen verbunden sein kann.

Doch Dranbleiben lohnt sich, denn nach und nach wächst so eine neue innere Haltung, die dir hilft, rücksichtsvoller mit dir selbst umzugehen. Auch unter Kolleg*innen kannst du dich in der Selbstpflege unterstützen, indem ihr euch gegenseitig wertschätzend und schützend zur Seite steht.

Sich selbst wachsam wahrzunehmen, sich Zeit für die eigenen Bedürfnisse zu nehmen und damit in die Verantwortung für die eigene Gesundheit zu gehen – das ist übrigens nicht nur der Kern des Konzepts der Selbstpflege, sondern auch von Resilienz, einem Begriff, dem man derzeit häufiger begegnet. Resilienz ist ein anderer Name für unser „psychisches Immunsystem“. Wenn jemand resilient ist, dann tut er sich leichter damit, Krisen und Herausforderungen unbeschadet zu bewältigen. Die gute Nachricht dabei: Es ist nie zu spät, Resilienz zu trainieren und sie zu entwickeln!

Aromapflege: „Selbstpflege inside“

Auch Unternehmen und Trägereinrichtungen können und sollten ihren Anteil dazu leisten, die Resilienz ihrer Mitarbeiter*innen zu fördern und angemessene Selbstpflege zu ermöglichen. Hier kann Aromapflege als präventive Maßnahme im Sinne einer Selbstpflege sinnvoll unterstützen. Denn wer mit Aromapflege arbeitet, pflegt sich selbst „automatisch“ gleich mit.

So können ein ansprechend gestalteter Pausenraum oder ein schönes Schwesternzimmer etwa in Kombination mit einer entsprechenden Beduftung wie eine rettende Entspannungsinsel im turbulenten Alltag wirken. Mit ein paar Handgriffen kannst du dir die Zeit auf Station versüßen und DICH SELBST pflegen, so etwa mit einem Atmewohl Nase frei Stick, der in jede Kitteltasche passt, oder mit einer wohltuenden Kopfmassage mit unserem Kopfwohl Roll-On bio.

Neuere Untersuchungen zeigen übrigens, dass man für den wissenschaftlich anerkannten, gesundheitsfördernden Effekt des „Waldbadens“ nicht zwingend nach draußen muss: Auch eine Waldtapete oder Waldbilder in Aufenthaltsräumen können dazu beitragen, das subjektive Wohlbefinden zu steigern. Wird der Raum zusätzlich mit Waldölen beduftet, verstärkt sich der Effekt.

Aromapflege: Pflege für die Pflegenden

Es spricht also einiges dafür, Aromapflege zu einem festen Bestandteil des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zu machen. Das setzt entsprechende finanzielle und personelle Ressourcen voraus, aber auch insgesamt gesundheitsfördernde Strukturen, etwa durch regelmäßige Entspannungsrituale oder Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich der Selbstwahrnehmung. Beispiele belegen, dass sich krankheitsbedingte Ausfallzeiten und Überstunden mithilfe solcher Maßnahmen deutlich reduzieren lassen, während die Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen steigt.

Mit großen Schritten geht es nun auf Weihnachten zu. Für viele Menschen ist das die schönste Zeit im Jahr, erfüllt mit Lichterglanz und Plätzchenduft. Eine Zeit, in der man besonders liebevoll an Familie und Freunde denkt und Freude bereiten will. Eine gute Gelegenheit, sich besonders bei denen, die gerade an Feiertagen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen mit viel Einsatz bei der Arbeit sind, ein herzliches Dankeschön für Ihren Dienst am Menschen zu sagen. Und euch zuzurufen: Vergesst nicht, an euch selbst zu denken!

Für heute herzlichen Dank für dein Interesse. Wenn dir diese Ausgabe der Aromapflege-News gefallen hat, empfehle sie gerne weiter. In unserer Facebookgruppe gibt es weitere Möglichkeiten des kollegialen Austauschs, für Fragen steht dir unsere Aromapflege-Fachberatung gerne zur Verfügung.

         Lena Schröder


Kontakt zu PRIMAVERA:
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