30. April 2021

Studie zur Wirksamkeit von Aromapflege in der Onkologie. Außerdem: Natürliche Hilfe bei Übelkeit und Erbrechen

In der Diskussion mit Schulmediziner*innen haben Verfechter*innen komplementärmedizinischer Verfahren häufig einen schweren Stand. Denn auch wenn viele längst selbst erlebt haben, was etwa die Aromapflege zu leisten im Stande ist – Studien, die die Wirksamkeit dieser Ansätze nach „streng wissenschaftlichen“ Kriterien nachweisen, sind noch immer Mangelware.

Vor diesem Hintergrund ist der Beitrag, den die renommierte Berliner Charité leistet, nicht groß genug einzuschätzen. Der Name Charité steht seit mehr als 200 Jahren für medizinische Versorgung, Forschung und Lehre auf internationalem Spitzenniveau. Komplementäre Therapien, die den Menschen als Ganzes sehen, sind hier längst etabliert. In mehreren Instituten und Arbeitsgruppen werden bereits seit Jahren Untersuchungen zur Wirksamkeit und Sicherheit solcher Ansätze und zur Evaluation integrativmedizinischer Ansätze durchgeführt.
 

Studie zu aromatherapeutischen Anwendungen bei Brustkrebspatientinnen

In diesem Kontext ist auch die Pilotstudie „Aromatherapeutische, individualisierte Anwendungen bei gynäkologischen Krebspatientinnen: Kontext, Erfahrungen und Auswirkungen (arth4WOMEN)“ angesiedelt, die seit Ende vergangenen Jahres gemeinsam mit PRIMAVERA durchgeführt wird. Der Studie liegt die Annahme zugrunde, dass sich aromatherapeutische Interventionen positiv auf Schlaf, Unruhe und Angst bei Brustkrebspatientinnen auswirken.

Im Einzelnen geht es um folgende Wirkungen der Anwendungen mit ätherischen Ölen:

  • Förderung des ganzheitlichen Wohlbefindens und Unterstützung des Gesamtorganismus sowie der Gesundheitsvorsorge
  • Mobilisierung der Selbstheilungskräfte und der Stärkung des Immunsystems
  • Linderung verschiedener Symptome und Beschwerden, die mit einer Krebserkrankung einhergehen, beispielsweise Übelkeit, Angst, Unruhe, Schmerzen, Depressionen, Fatigue bzw. Antriebslosigkeit oder Schlafprobleme.

Ob diese positiven Einflüsse ursächlich mit der Aromapflege zusammenhängen, soll im Rahmen der Studie evaluiert werden. Im Zentrum steht dabei das subjektive Erleben aus Sicht der Patient*innen.

Gemeinsam mit dem Team der Charité hoffen wir, mithilfe der Studienergebnisse wissenschaftlich eindeutig darlegen zu können, dass Aromatherapie dabei helfen kann, die subjektiv empfundene Lebensfreude von Krebspatientinnen zu steigern, ihre Entspannung zu fördern und neue Energie und Zuversicht zu schöpfen. Das wäre ein kleiner, für alle an der komplementärmedizinischen Front Kämpfenden aber enorm wichtiger Schritt.

Und damit zu unserem zweiten, ebenfalls in der Onkologie angesiedelten Thema.
 

Aromapflegerische Ansätze zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen im Rahmen onkologischer Therapien

Wer Krebspatient*innen betreut oder Tumorpatient*innen im Familien- oder Freundeskreis hat, der weiß: Übelkeit (Nausea) und Erbrechen (Emesis) zählen zu den häufigsten Nebenwirkungen von chemotherapeutischen Behandlungen und Bestrahlungstherapien.

Länger anhaltende Übelkeit ist an sich schon sehr belastend. Bei onkologischen Patient*innen ist dies umso dramatischer, als die Erkrankten durch den meist unerwünschten Gewichtsverlust zusätzlich geschwächt werden. Weil Übelkeit und Erbrechen biologische Warn- und Schutzmechanismen sind, die den Körper vor Vergiftungen, verdorbenen Lebensmitteln und vergleichbaren Schädigungen bewahren sollen, lassen sie sich auch kaum durch Willensanstrengung unterdrücken. Zwar sind entsprechende Medikamente, die sogenannten Antiemetika, mittlerweile fester Bestandteil der meisten Krebstherapien. Aber auch die Aromapflege bietet vorbeugend und begleitend einiges an Möglichkeiten.
 

Akute, verzögerte und antizipatorische Beschwerden von Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen werden je nach zeitlichem Auftreten in drei Kategorien eingeteilt.

  • Von akuten Beschwerden sprechen Ärzte immer dann, wenn das Erbrechen kurze Zeit (bis zu 24 Stunden) nach einer Chemotherapie einsetzt.
  • Verzögerte Beschwerden verursachen einen Brechreiz mehr als 24 Stunden bis fünf Tage nach Ende der Chemotherapie – meist dann, wenn Patient*innen hoffen, bereits alles hinter sich zu haben.
  • Besonders tückisch sind die sogenannten antizipatorischen Beschwerden, die erst nach einigen Chemotherapie-Zyklen auftreten. Patient*innen reagieren dabei auf bestimmte optische oder Geruchsreize. Unter Umständen reicht schon der Anblick eines weißen Arztkittels oder der typische Krankenhausgeruch, um die Beschwerden auszulösen. Patient*innen „erahnen“ bestimmte bekannte Begleitumstände also – fachsprachlich ausgedrückt: sie antizipieren sie – und reagieren entsprechend.
     
Die wichtigsten Ursachen von Übelkeitsbeschwerden

Die meisten Menschen kennen das nur zu gut: Man spürt, dass etwas nicht stimmt, und zunächst breitet sich ein "flaues" Gefühl im Magen aus. Wird das Unwohlsein stärker, reagiert der ganze Körper: Man wird blass, schwitzt, und das Herz schlägt schneller. So können auch Herzprobleme, Blutdruckkrisen oder eine Migräne zu Übelkeit führen.

  • Bei der Chemotherapie oder anderen Medikamenten reagiert der Körper genau wie auf giftige oder verdorbene Nahrungsmittel: Er will sie durch Erbrechen loswerden.
  • Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide haben wiederum eine andere Wirkung: Sie setzen direkt am zentralen Nervensystem an, manche stimulieren als Nebenwirkung direkt das Brechzentrum.
  • Schmerzmittel wie die nichtsteroidalen Antiphlogistika – "Aspirin" ist ein solches – reizen die Magen-Darm-Schleimhaut und können auf diesem Weg zu Unwohlsein führen.


Bei einer Bestrahlung vermuten Fachleute verschiedene mögliche Ursachen:

  • Liegt das Strahlenfeld beispielsweise im Bauchraum, ist dort oft die Magen-Darmschleimhaut gereizt und entzündet. Dies kann Unwohlsein verursachen.
  • Bei sehr hoch dosierten Bestrahlungen wird die Übelkeit aber auch durch körpereigene Abbauprodukte und Entzündungsfaktoren hervorgerufen, wenn während einer umfangreichen Strahlentherapie sehr viele Zellen gleichzeitig zerfallen.
  • Durch eine Schädelbestrahlung kann das Brechzentrum im Gehirn beeinträchtigt werden, also die verschiedenen Teile des Gehirns, die an der Auslösung von Erbrechen beteiligt sind.

Auch die Tumorerkrankung selbst kann ein Grund für Übelkeit und Erbrechen sein – insbesondere bei Krebspatient*innen mit fortgeschrittener Erkrankung. Bei ihnen kommen meist mehrere Ursachen zusammen: Der Tumor kann den Verdauungstrakt betreffen oder beeinträchtigen, etwa durch Lebermetastasen oder Flüssigkeitsansammlung im Bauch. Patient*innen mit Hirntumoren oder Hirnmetastasen können unter erhöhtem Hirndruck leiden, dann wird das Brechzentrum im Gehirn unter Umständen ebenfalls stimuliert. Außerdem können Infektionen den Stoffwechsel stören, auch schlecht funktionierende Nieren oder Giftstoffe des Tumors. Bei Schwerkranken können selbst Hustenanfälle, allgemein starke Erschöpfung, Verstopfung oder Schmerzen zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Nicht immer ist die also Therapie oder ihre Nebenwirkungen die Ursache für Übelkeit und Erbrechen. Auch Stress, Aufregung oder Angst begünstigen bei vielen Menschen das Gefühl von Unwohlsein.
 

Riechsticks, Raumbeduftung und Massagen zur Linderung und Entspannung

Gerade bei den geschilderten Beschwerden kann Aromapflege eine große Hilfe sein. So haben sich neben Riechstiften mit ätherischen Ölen, die nachweislich die Übelkeit verringern, auch entspannende Mischungen in Zusammenhang mit einer wohltuenden Massage bewährt.

Riechsticks gibt es ganz neu jetzt auch gebrauchsfertig von PRIMAVERA. Die Sets enthalten jeweils fünf Aroma Sticks mit wiederverwendbaren Vliesen, die selbst befüllt werden können – bei Übelkeit etwa mit einem Tropfen Ingwer, einem Tropfen Zitrone, Orange oder Pfefferminze.


Je nach Beschwerdebild haben sich folgende „Rezepte“ für selbstgemachte Aroma Sticks bewährt:

Bei Übelkeit:
1 Tropfen Ingwer bio
1 Tropfen Orange demeter

Bei Unruhezuständen:
1 Tropfen Neroli 10 %
1 Tropfen Orange demeter

Bei Appetitlosigkeit:
1 Tropfen Grapefruit bio
1 Tropfen Tonka-Extrakt bio


Als weitere gebrauchsfertige Aromapflegeprodukte empfehle ich für eine beruhigende Massage das Entspannungsöl zum Beispiel für Handmassagen, Einreibungen an der Fußsohle und/oder dem Solarplexus oder auch für ein Fußbad.

Wer selbst mischen möchte, findet hier eine gute Grund-Rezeptur:

Entspannende Grundmischung zur Raumbeduftung:

30 Tropfen Limette bio
15 Tropfen Myrte türkisch bio
10 Tropfen Neroli 10%
20 Tropfen Lavendel fein bio
25 Tropfen Benzoe siam bio

Von dieser Grundmischung 5-8 Tropfen in die Duftlampe geben.


Gerade bei häufigem Erbrechen ist auch eine entsprechende Mundpflege wichtig: Hier kann ich unser gebrauchsfertiges Aromapflege Mund-Vital-Öl bio empfehlen. Die enthaltenen ätherischen Öle von Ravintsara und Lorbeer reinigen die Mundhöhle wirksam, Kokosnussöl und Pfefferminze spenden Frische und wirken feuchtigkeitsbildend.

Auch Roll-Ons zum Auftragen auf den Puls (z. B. Handgelenke, Schläfen oder Halsbereich) werden bei Übelkeitsbeschwerden oft als wohltuend empfunden. Als gebrauchsfertige Option aus dem PRIMAVERA-Sortiment bieten sich der Gute Laune Duft Roll-On bio oder auch der Kopfwohl Roll-On bio mit Pfefferminze speziell bei Übelkeit an.
 

In diesem Sinne viel Kraft und positive Energie für euren Alltag und eure Patient*innen. Wenn ihr Fragen zum Thema habt, meldet euch gerne!



Liebe Grüße
Eure

 

         Lena Schröder


Kontakt zu PRIMAVERA:
aromaberatung@primaveralife.com
Telefon: +49 8366-8988-878

Weitere News

^Top