Tibetisches Atem-Yoga mit Chumba Lama

Dankbar Atem schöpfen, selbstbewusst durchatmen

Hoch oben im Himalaya geboren, führte ihn sein Lebensweg durch die Höhen und Tiefen des Lebens. Weil seine Mutter so arm war, vertraute sie ihren Sohn einem Onkel an, der sich um den Jungen in der Hauptstadt Katmandu kümmern sollte. Leider endete diese Reise tragisch, denn der Onkel kam dort ums Leben. Chumba war zu diesem Zeitpunkt sieben Jahre alt und durch dieses Unglück gezwungen, sich selbst durchzuschlagen. Er fand sich in seinen jungen Jahren als Straßenkind in Katmandu wieder. Aus diesem Elend wurde Chumba schließlich von einem tibetischen Mönch befreit. So fand er in einem Kloster Heimat und erhielt eine buddhistisch-monastische Erziehung und Ausbildung. Als junger Mann wurde Chumba dann von einem ranghohen spirituellen Meister zum persönlichen Diener erwählt. Chumba hatte so das große Glück, viele Jahre unmittelbar unter einer besonderen spirituellen Schulung und einem großem Segen zu stehen. Dies prägt ihn bis heute nachhaltig.

Die spirituelle Ausbildung, welche unter anderem auch Yoga-Praxis und vor allem das richtige Atmen beinhaltet, erhielt Chumba Lama von hohen tibetischen Meistern und indischen Jogis im Himalaya. Heute lebt Chumba Lama (45) mit seiner Familie im Allgäu und unterrichtet weltweit mit viel Herzensbildung, Humor und voller Lebensweisheit tibetisches Atemyoga.

Weswegen fühlen wir uns so erfrischt nach einem Waldspaziergang?

Atem ist Leben. Die Vitalität und Gesundheit unserer Körperzellen hängt unmittelbar mit einer ausreichenden Versorgung von Sauerstoff zusammen. Bei einem Waldspaziergang werden unsere Sinne über die ätherischen Düfte des Waldes angeregt und unsere Zellen durch Bewegung an der frischen Luft mit Sauerstoff versorgt. Körpergifte werden dabei über die Haut und den Atem ausgeschieden. Das tiefe Ein- und Ausatmen im Wald vermittelt den Menschen ein gleichermaßen befreiendes wie aktivierendes Gefühl.

Inwieweit können uns ätherische Öle beim Ein- und Ausatmen unterstützen?

Der Mensch muss die Luft anhalten, wenn es unangenehm riecht, die Atmung verflacht. Das setzt Blockaden. Wenn wir die Raumluft mit natürlichen Essenzen sanft aromatisieren, so dass unser unmittelbares Umfeld angenehm duftet, wird jeder Atemzug zum Genuss. Bestimmte Düfte unterstützen unsere Entspannung oder unsere Wachsamkeit. Mit naturreinen ätherischen Ölen, die wahrliche Schätze der Natur sind, kann man sein persönliches Ritual für die regelmäßige Atem-Yoga-Praxis gestalten.

Die Lebensrealität vieler Menschen ist heutzutage von Hektik, Stress, und Informationsüberflutung geprägt. Kann das richtige Atmen unseren Alltag erleichtern?

In der Tat rennen wir wahrhaft atemlos durchs Leben, wir sind luftleer durchgeplant, mit Informationen aufgebläht. Dies alles begünstigt Ängste, die uns wahrhaft die Luft nehmen. Dabei kann ein tiefer Atemzug so viel Gutes bewirken. Wir befreien uns von unangenehmen Gedanken, halten inne, so können sich Geist und Körper beruhigen und regenerieren. Damit uns dies gelingt, ist die Raumatmosphäre sehr wichtig. Hier können ätherische Öle wertvolle Akzente setzen. Mit ätherischen Ölen holen wir uns die Natur ins Haus. Das ganz tiefe Durchatmen wird unterstützt, der Geist durchgelüftet, unser Körper erfrischt.

Wo finden wir das Glück?

In jedem Moment unseres Lebens atmen wir. Nur ist zumeist unser Bewusstsein ganz woanders, als bei dem, was direkt und unmittelbar vor unserer Nasenspitze geschieht. Wie oft am Tag verlieren wir uns in Gedanken? Wir haben einen Masterplan, wie wir unser persönliches Glück gestalten sollten oder müssten. Das macht uns Stress. Dabei weiß unsere Sprache noch genau „das Glück liegt vor der Nase“. Wir können also nirgendwo anders unser Glück finden, als vor der Nase.

Warum sollten wir immer wieder einmal tief durchatmen?

Atmen Sie hier an dieser Stelle einmal richtig tief durch. Sofort spüren wir körperlich, wie ein Moment der Weite in uns entsteht – ein kurzer Moment von Entspannung. Dort, wo Atem und Bewusstsein zusammenkommen, da entsteht eine tiefe Entspannung. Unser Atem ist eine wunderbare Medizin, um unseren Stress mit sofortiger Wirkung zu reduzieren. Nur leider vergessen wir im Alltag immer wieder, dass wir ganz bewusst durchatmen sollten. So rennen wir einfach weiterhin atemlos durchs Leben!

Wie sieht die praktische Anwendung des Atem-Yoga aus?Tibetisches Atem-Yoga mit Chumba Lama

Der Atem ist der Reiter unseres Geistes, so wird es im Buddhismus gelehrt. Über den Atem können wir zu unserer Kraft und inneren Ruhe finden, anstatt dem Leben nachzujagen. Kleine Duftoasen im Alltag inspirieren uns immer wieder aufs Neue, bewusst durchzuatmen. Vertrauen Sie darauf, dass wir nicht angespannt sein müssen, damit die Welt sich weiter dreht. Genießen Sie den „duften Moment“, binden Sie ätherische Öle in diese Praxis ein. Ich kann nur jedem empfehlen, sich durch ein bewusstes Atem-Ritual zu erden und zu stärken.

Warum entwickelten die Yogis die Praxis des Atem-Yoga?

Die alten Yogis und Meister im Himalaya streben seit Jahrtausenden danach, Körper, Energie und Bewusstsein zu einer Einheit zu verbinden. Durch bewusstes Lenken des Atems durch den Körper können die Yogis ihre Körperenergien vollständig unter Kontrolle bringen. Über die Pranaenergie wird das Bewusstsein mit jeder Zelle des Körpers verbunden, die Emotionen werden unter Kontrolle gebracht. Bildlich ausgedrückt, wird der Körper auf diese Weise zu einem kraftvollen Fahrzeug für ihren spirituellen Weg.

Worauf sollte man achten, wenn man sein Atem-Yoga-Ritual mit Düften unterstützen möchte?

Mit der Macht des Atems können die Dinge in Ordnung gebracht werden. Ein ruhiger Geist ist wie klares Wasser, in dem sich der Himmel spiegeln kann. Die große Schwierigkeit im Alltag ist, wahrzunehmen, dass wir mit unseren Gedanken durchs Leben jagen und unseren Gedanken wie blind folgen. Hier können ätherische Öle wirksam unterstützen, der Blick geht nach innen. Keinesfalls sollte man künstliche Duftstoffe verwenden. Mich kitzelt es unangenehm in der Nase, wenn ich künstliche Duftstoffe einatme – ein untrügliches Signal meines Körpers, dass etwas nicht passt. Überhaupt sollten wir gerade in der westlichen Welt lernen, mehr auf unseren Körper zu hören, dankbar durchatmen und selbstbewusst Atem schöpfen.

Mehr zu Tibetischem Atem-Yoga und Chumba Lama finden Sie hier:

Chumba und Ute Lama: „Tibetisches Atem-Yoga – Die machtvolle Medizin für Körper und Geist“
Schirner-Verlag Darmstadt 2015, www.schirner.com

Christina Viol: „Chumba: Die bewegende Geschichte des Tibeters Chumba Lama“
Taschenbuch, 2014 ISBN 978-3-941781-05-04

http://www.wiu-wiu.com/de/wiu/chumba