Häufige Fragen - Ätherische Öle
Woher stammt der Begriff „Aromatherapie“?
Der Begriff „Aromatherapie“ stammt aus dem Jahre 1928 von dem französischen Chemiker René-Maurice Gattefossé, der sich mit den antibiotischen und antiseptischen Eigenschaften ätherischer Öle beschäftigte.
Was bedeutet „ätherisch“?
„Ätherisch“ bedeutet in der griechischen Sprache „Weite des Himmels“. Der poetische Name verweist auf Charakteristika der ätherischen Öle: Sie sind flüchtig, verdunsten schnell, steigen bildlich himmelwärts. Weitere Eigenschaften:
Was sind die Merkmale ätherischer Öle?
Ätherische Öle haben zumeist eine geringere Dichte als Wasser , d.h. sie sind leichter als dieses und schwimmen auf der Wasseroberfläche. So können sie nach der Destillation abgeschöpft und getrennt werden. Ätherische Öle sind nicht wasserlöslich, aber lösen sie sich in Fett (z.B. Pflanzenölen, Sahne) und Alkohol. Sie haben einen intensiven Geruch und Geschmack. Der Begriff Essenz (von lat. esse = sein) verweist auf Duft als essentiellen Bestandteil, als Wesen der Pflanze, der ihre Eigentümlichkeit und Informationen trägt. Im Gegensatz zu Pflanzenölen (Samen- und Basisölen) verdunsten sie ohne Rückstand.
Wie funktioniert die Destillation?
Die gebräuchlichste Art zur Gewinnung ätherischer Öle ist die Wasserdampfdestillation. Die 3 Hauptschritte der Destillation sind: Verdampfung, Kühlung und Separierung. Pflanzenmaterial wird sorgfältig in einen sogenannten Alambique geschichtet. Bei der einen Methode wird das Pflanzenmaterial direkt ins Wasser gegeben und der Kessel zum Kochen gebracht. Bei der zweiten, heute weitaus gebräuchlicheren Methode, wird das Pflanzenmaterial im Alambique auf einen Rose geschichtet und Dampf zugeführt. Der aufsteigende Dampf löst die Öltröpfchen aus der Pflanze und trägt sie mit sich. In einem gekühlten Rohr kondensiert der Dampf mit dem ätherischen Öl und sammelt sich in einem Behälter, dem Florentiner Topf. Das meist leichtere und dadurch obenauf schwimmende Öl kann nun vom Wasser getrennt werden.
Was bedeuten Kopf-/Herz-/Basisnote?
Die Einteilung ätherischer Öle nach Duftnoten (Kopf/ Herz/ Basisnote) erleichtert die Übersicht und das Auswählen, das Erstellen eigener Duftmischungen und Naturparfüms.
Kopfnoten: erfrischend, anregend, konzentrationsfördernd; bei „Kopfarbeit“; setzen innere Energien und Inspiration frei. Helle, leichte, beschwingte Düfte mit kurzer Haftdauer. Beispiel: Zitrusöle.
Herznoten: harmonisierend, ausgleichend, sinnlich anregend; für hektische, anspruchsvolle Situationen; sie beruhigen und setzen Ihre emotionale Kompetenz frei. Blumige, liebliche, würzige Düfte. Beispiel: Blütenöle
Basisnoten: kräftigend, zentrierend, stabilisierend, erdend; helfen auftanken und Energie speichern. Schwere, erdige, balsamische, tiefe, lang haftende Düfte. Beispiel: Harz- und Wurzelöle.
Zwischennoten verbinden
Die ätherischen Öle mit kombinierten Symbolen schaffen in Mischungen die perfekte Verbindung der Noten untereinander.
Was sind „Chemotypen“?
Chemotypen sind Varianten innerhalb einer Pflanzenfamilie (Rosmarin, Thymian), die einen bestimmten, charakteristischen Inhaltsstoff ausbilden und somit spezifischen Duft und Wirkung ausprägen. Beispiele: Rosmarin Verbenon, Rosmarin Cineol, Thymian Thymol, Thymian Linalool, Ysop decumbens.
Wie groß ist der Ölgehalt in Duftpflanzen?
Der Ölgehalt in Duftpflanzen bewegt sich zwischen 0,001 % und bis ca. 20 % bei der Gewürznelke.
Beispiele: 100 kg Pflanzenmaterial ergeben folgende Mengen an ätherischem Öl: 2,1 kg Lavandinöl, 0,4 kg Rosmarin, 0,1 kg Ysopöl, 0,3 kg Salbeiöl oder 0,012 kg Melissenöl
Woraus bestehen ätherische Öle?
Ätherische Öle setzen sich aus einer Vielzahl verschiedener biochemischer Substanzen zusammen. Dies können ein Dutzend oder auch weit über 100 Komponenten sein; Rosenöl besteht sogar aus mehr als 400 Inhaltsstoffen. Die charakteristische Duftnote eines Öles wird oft durch einen bestimmten Bestandteil geprägt: Geraniol bewirkt den Rosenduft im Rosenöl; Citral die Zitrusnote im Lemongrassöl.
Was bedeutet Agrumenöle?
Agrumenöle ist ein übergeordneter Begriff für die Vertreter der Zitrusfamilie: Bergamotte, Bitterorange, Clementine, Zitrone, Orange & Co.
Was bedeutet Absolue?
Der Name „Absolue“ rührt von der Gewinnungsart her (lat. solvere - lösen). Einige kostbare Blütenarten wie Jasmin, Tuberose, Mimose,können nicht mittels Wasserdampfdestillation gewonnen werden. Auch eine Extraktion mit Alkohol bringt nicht das gewünschte Ergebnis. Heute werden vor allem chemische Lösungsmittel wie Hexan verwendet, um die Duftstoffe aus den Blüten zu lösen. Zunächst erhält man das salbenartige Concrete, in dem Wachsanteile enthalten sind. In einem weiteren Schritt wird das Lösungsmittel mit Alkohol unter Vakuum abdestilliert - man gewinnt als flüssiges oder zähflüssiges Endprodukt das Absolue. Absolues sind sehr duftintensiv - 1-2 Tropfen genügen bereits, um 50 ml Basisöl zu beduften.
Was bedeutet Enfleurage?
Enfleurage ist eine sehr alte, traditionelle Methode, die heute nur mehr im Parfümmuseum von Grasse praktiziert wird. Sie ist eine besonders schonende Methode, um den Duft empfindlicher Blüten wie z.B. Jasmin oder Tuberose zu gewinnen. Frisch gepflückte Blüten werden in handarbeit auf eine dünn mit Fett bestrichene Glasplatte, das sogenannte Chassis gelegt und so 12-24 Std dunkel und kühl gelagert. Anschließend werden sie durch neue frisch geerntete Blüten ersetzt. Diese Prozedur wird solange wiederholt, bis das Fett mit ätherischem Öl gesättigt und zur sogenannten Pommade geworden ist. Diese wird mit Alkohol "gewaschen" - das ätherische Öl wird vom fett befreit und getrennt. Anschließend wir der Alkohol abdestilliert und das pure Enfleurage Öl liegt vor.
Wie funktioniert Gaschromatographie?
Im Gaschromatograph werden die einzelnen Inhaltsstoffe eines ätherischen Öles getrennt und aufgeschlüsselt..
Ein Trägergas befördert eine kleine Menge eines verdampften äth. Öles durch eine Säule. Die Moleküle der verschiedenen Inhaltsstoffe ordnen sich; jeder Inhaltsstoff erzeugt, den sogenannten „Peak“, einen zackenförmigen Schreiberausschlag (vergleichbar einer EEG oder EKG-Aufzeichnung).
Dadurch ist eine Quantifizierung und Qualifizierung der Bestandteile des Öles möglich; durch Vergleich mit den Daten einer Datenbank und entsprechenden Referenzmustern kann so die Echtheit und Unverfälschtheit eines Öles beurteilt werden.
Die GC-MS (Gaschromtografie-Massenspektrografie) ist eine Kombination von Verfahren, die die Inhaltsstoffe anhand ihres molekularen Massenspektrums analysiert und eine noch differenziertere Qualitätsbeurteilung ermöglicht.
Wie soll man ätherische Öle dosieren?
Ätherische Öle sind Konzentrate: Etwa 30 Damaszenerrosen liefern 1 Tropfen ätherisches Rosenöl. Ca. 8 Mio. Jasminblüten 1 kg echtes Jasmin Absolue. Der Inhalt eines kleines Fläschchen enthält also eine geballte, konzentrierte Ladung an Information und Duft.
Um Ihren Raum zu beduften genügen bereits 2-8 Tropfen in der Duftlampe - und Sie wandern durch einen Zitrushain oder in den duftenden Hügeln der Provence. Generell gilt : Weniger ist mehr! Zudem entfalten viele Düfte erst in der Verdünnung ihr Bouquet und ihren Nuancenreichtum. Umrechnungstipp: 1 ml entspricht ca. 25 - 30 Tropfen ätherischen Öls.
Was ist beim Gebrauch ätherischer Öle zu beachten?
Alle ätherischen Öle sind starke Konzentrate. Die meisten ätherischen Öle sind haut- und schleimhautreizend. Sie dürfen daher nicht pur angewendet und nicht an Augen und Schleimhäute gebracht werden. Für die Hautpflege stets mit einem Basisöl mischen. Sie sollten kindersicher aufbewahrt werden. Wir raten von der innerlichen Einnahme ab. Lagern Sie die ätherischen Öle abseits von Wärmequellen und lichtgeschützt. Da leicht entflammbar, bitte nicht in die Nähe von offenem Feuer (offener Kamin) bringen.
Bedeuten ätherische Öle Gefahr für Allergiker?
Menschen reagieren auf unterschiedlichste Substanzen mit allergischen Reaktionen. Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Wirkstoffkomplexe und können bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen. Ein Test lohnt sich also, bevor Sie Ihren geliebten Duft in der Körperpflege verwenden. Mischen Sie 1 Tr. äth. Öl in ca. 10 Tr. Basisöl zum Beispiel Mandelöl. In der Ellenbeuge verreiben. Rötet sich die Haut stark, so verzichten Sie bitte auf dieses ätherische Öl in Ihrem Pflegeprogramm.
Wie riechen wir?
Wenn Duftmoleküle eingeatmet werden und auf diejenige Region der Nasenmuschel treffen, die wir Riechschleimhaut nennen, entsteht Kontakt zu den Gerüchen. Auf dieser kleinen Fläche, die nur etwa die Größe einer 1-€-Münze hat, nehmen etwa 10-25 Millionen winziger Riechzellen an der Membran ihrer Flimmerhärchen Kontakt mit Duftmolekülen aufnehmen. Unsere Riechzellen sind Sinnesnervenzellen und leiten das ausgelöste Signal als elektrischen Impuls ans Gehirn weiter, wo er einen Geruchseindruck hervorruft. Düfte erreichen als einziger Sinnesreiz unmittelbar den ältesten Gehirnteil des Menschen, das Limbische System, das Zentrum unserer Gefühle und Erinnerungen.
Wie vertragen sich Sonne und ätherische Öle?
Einige ätherische Öle erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut: Angelikawurzel, Bergamotte, Bitterorange, Clementine, Grapefruit, Limette, Mandarine, Orange, Zitrone. Bitte gehen Sie nach einer Duftanwendung mit diesen Ölen (Naturparfüm, Körperöl, Massagöl) nicht ins Solarium und setzen Sie sich nicht direkter Sonneneinstrahlung aus.
Ätherische Öle und homöopathische Behandlung
Wer in homöopathischer Behandlung ist, sollte nach Rücksprache mit dem Therapeuten ätherische Öle wie Kamille, Kampfer und Pfefferminze meiden. Diese gelten als Antidote und können die Wirkung homöopathischer Präparate beeinflussen oder aufheben.
Welche ätherischen Öle werden nicht in der Schwangerschaft verwendet?
Diese Öle sollten während der Schwangerschaft, bei Babies und Kleinkindern vorsichtshalber nicht angewandt werden: All jene, die, biochemisch gesehen, stark ketonhaltig sind wie z.B. Atlaszeder, Eukalyptus dives, Rosmarin Typ Kampfer, Rosmarin Typ Verbenon, Salbei (Salvia officinalis), Ysop (Hyssopus off.ssp.off.) etc. Außerdem sollten in der Schwangerschaft ätherische Öle gemieden werden, die eine hormonähnliche Wirkung haben können wie Anis, Niaouli oder Salbei etc.
Wie lange sind ätherische Öle haltbar?
Ätherische Öle sind bis auf wenige Ausnahmen wie die Zitrusöle mehrere Jahre haltbar. Deshalb werden sie als natürliche Konservierungsstoffe zum Beispiel in der Naturkosmetik eingesetzt. Viele Öle erfahren einen Reifeprozess wie Vetiver, Patchouli oder Sandelholz oder auch Rosenöle, die nach 1-2 Jahren voller und weicher duften als frisch nach der Destillation.
