Duftspuren
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Seit Jahrtausenden sind Düfte und Duftpflanzen im Gebrauch der Menschen. Als kostbares Handelsgut, als Heilmittel, als Schutz- und Magiesubstanzen, als Vermittler zwischen Himmel und Erde hatten sie ihren festen Platz - umwittert von Geheimnis und Mythos. Aromatische Substanzen wurden rituell und religiös verwendet, in Opfer und Schutzzeremonien, im Bereich der Heilkunde und um Schönheit und Ansehen zu verstärken.
Die Schauplätze der alten Duftkulturen
führen uns rund um die Welt
Indianische Völker benutzten Duftpflanzen für Kult- und Heilzeremonien. Im fernen Indien lehrten die ayurvedischen Medizintexte den Gebrauch aromatischer Substanzen. Ägypter und Sumerer lebten eine verschwenderische Duftkultur, in der Harze, Balsame und eine Fülle von erlesenen Pflanzenrohstoffen für Räucherzeremonien, Opferrituale und Einbalsamierungen Gebrauch fanden. Vom Orient kommend wurden Duftstoffe bis Griechenland und Rom geschafft, wo die Kenntnis der pflanzlichen Heilkräfte vertieft wurde. 980 v.Chr entwickelte der arabische Arzt Avicenna eine verbesserte Art der Destillation, mit der sich noch feinere ätherische Öle herstellen ließen.
Die Kreuzfahrer brachten die Pflanzen und Düfte des Orients in unsere Kultur; in den Gärten und Klöstern des Mittelalters wurde das Wissen um Pflanzen, Destillation und Kräuterheilkunde bis zur Neuzeit bewahrt.
Jahrhunderte liegen zwischen den Studien Paracelsus und den naturwissenschaftlichen Forschungen des 19. Jahrhunderts. Die beginnenden Naturwissenschaften des 18. und 19. Jahrhunderts entdeckten Wirkung und Zusammensetzung der ätherischen Öle, doch erst nach 1900 ist es vor allem französischen Ärzten zu verdanken, dass die Bedeutung der Düfte und Duftstoffe für unsere Zeit neu erkannt wurde.
